Juso Hochschulgruppe Ulm

Festival contre le racisme Ulm 2016

Allgemein

Wir erleben ein Zeitalter wiederholter, beispielloser Enthemmungen, was Rassismus betrifft. Die Zahl rassistisch motivierter Übergriffe steigt exponentiell an, rechtspopulistische Parteien sind in ganz Europa auf dem Vormarsch.

Um dem etwas entgegenzusetzen haben wir Jusos zusammen mit anderen Engagierten in diesem Jahr das erste Festival Contre Le Racisme hier in Ulm veranstaltet!

Die Grundidee des FCLR stammt aus einer Reihe des "Freien Zusammenschluss von Student*innenschaften" und findet dezentral an unterschiedlichen Zeiten in verschiedensten Ausprägungen in ganz Deutschland statt. Immer mit dem Ziel zu zeigen, dass in einer modernen Gesellschaft kein Platz ist für Rassismus.

In Ulm hat dieses Jahr das Festival eine ganze Woche vom 6.-12.Juni umfasst, in der verschiedene Veranstaltungen zum Thema Rassismus und Diskriminierung stattgefunden haben. Dafür wurde mit unterschiedlichen Organisationen zusammen gearbeitet, um alles möglich von Vorträgen über Workshops und Filmvorstellungen bis zu Konzerten anbieten zu können.
Wir vom Orga-Team haben uns dabei besonders mit dem leider oft vernachlässigten Thema Antiziganismus, also der Anfeindung von Sinti und Roma, beschäftigt und haben dafür auch z.B. eine/n Referenten/in vom Zentralrat der Sinti und Roma Deutschland nach Ulm geholt.
Außerdem gab es am Donnerstag (9.6.) ein kostenloses Konzert mit Poetryslam und Live-Bands an der Uni!

Weiter Informationen sowie den aktuellen Veranstaltungskalender findest du auf unserer Website fclr-ulm.de

 

Im Folgenden der offizielle Aufruf des FCLR Ulm 2016.

Verschiedene Hochschulgruppen der Universität Ulm und weitere Kooperationspartner*innen wollen sich vom 6.-12.06.2016 mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen, der auch leider noch im 21. Jahrhundert weit verbreitet ist (“... jeder 5. Deutsche ist ... ausländerfeindlich“ aus: Mitte Studie 2014). Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der ein solidarisches, gleichberechtigtes und faires Miteinander aller Mitglieder, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Sexualität, Beeinträchtigung und Lebensweise, möglich ist.

Das Festival Contre Le Racisme, das seit einigen Jahren an vielen Orten in Deutschland stattfindet, ist dieses Jahr mit dem Themenschwerpunkt Antiziganismus auch das erste Mal in Ulm.

Die seit Jahrhunderten in Deutschland lebende Minderheit der Sinti und Roma sind rassistischem und diskriminierendem Verhalten in ganz Europa ausgesetzt. In Deutschland wurde ihre Verfolgung und Ermordung durch das NS-Regime erst 1969 offiziell anerkannt, als das vom BGH 1956 erlassene Urteil, das ihnen eine Entschädigung verwehrte, endlich gekippt wurde. Von Diskriminierung betroffene Sinti und Roma, die nach Deutschland fliehen, bekommen noch nicht einmal ihr Recht auf Asyl, da sie aus sogenannten sicheren Drittstaaten kommen und nicht offiziell staatlich verfolgt werden.

Rassismus zeigt sich in Deutschland auf unterschiedliche Weise. Institutioneller Rassismus auf Ämtern, vermehrende Übergriffe auf Migrant*innen, Geflüchtete oder Asylunterkünfte, wie beispielsweise auch Ende 2015 in Baden-Württemberg in Geislingen und Schwäbisch Gmünd. Rechte Terrorgruppen, wie der NSU, der angeblich unerkannt sechs Jahre lang mordend durch Deutschland ziehen konnte, stehen erst Jahre später vor Gericht. Positiver Rassismus in der Werbung, die Gruppen scheinbar positive Eigenschaften zuschreibt („ruhige Asiatinnen“, „tanzende Afrikanerinnen“), ist alltäglich. Rechtspopulismus tritt wieder verstärkt in der Politik auf, wie die erschreckenden Wahlergebnisse der AfD (Ulm 13 %) zeigen.

Wir wollen mit verschiedenen Veranstaltungen, Vorträgen, Filmen, Ausstellungen und Musikevents ein Zeichen gegen menschenverachtende Einstellungen setzen.

Seien wir realistisch und verlangen wir das Unmögliche!

 
 

Neugierig?

Komm doch einfach mal unverbindlich zu einer unsere Treffen jeden Montag um 18 Uhr im Café Einstein (M24/242) oder schreibe uns eine Mail an jusohsg (ät) uni-ulm.de

Wir freuen uns auf dich!